Bauherren- was tun bei Mängeln ?

Baumängel werden vom Bauleiter oft heruntergespielt. Allerdings sind es gerade diese “Kleinigkeiten”, die ihnen später  sehr viel Ärger bescheren können. Weil die tatsächliche Auswirkung für das Gebäude erst Jahre später zum Tragen kommt. So sorgen nicht korrekt angebrachte Dampfsperren am Dach für Feuchtigkeit und früher oder Später wahrscheinlich für Schimmel. Allerdings sind bis dahin  die Gewährleistung oder der Anspruch auf Nachbesserung längst erloschen. In der Regel können Bauherren einen Mangel nicht abschließend und fachgerecht beurteilen. Deshalb sollten Sie sich einen Sachverständigen nehmen. Denn die Beweispflicht liegt beim Bauherrn.

Einen Sachverständigen auswählen

“Sachverständiger” ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Hilfe einen passenden Berater zu finden, können Berufsverbände leisten. Jedenfalls würde ich auf eine Qualifikation von einer anerkannten Institution wie z.B der IHK, der DEKRA oder TÜV achten. Diese Zertifikate sind nur eine gewisse Zeit gültig. Dadurch muss der Inhaber regelmäßig seine Qualifikation und Sachkenntnis auffrischen und nachweisen. Ein Sachverständiger zeichnet sich durch lngjährige Berufserfahrung und besonderer Kentnisse in seinen Fachgebiet aus. Der Sachverständige beschreibt   Ursache und Wirkung  des Mangels. Danach wird er einen fachlichen Rat zur Beseitigung geben. In der Regel ist  sein Gutachten Grundlage für eine Entscheidung vor Gericht. Ich würde mich an den Bundesverband Deutscher Bausachverständiger wenden.

 

Bauherren – die Beweissicherung liegt bei ihnen

Haben Sie einen Verdacht auf einen Mangel, reicht dies nicht aus um Schadenersatz zu verlangen. Der Mangel muss mit Bildern und einen Gutachten dokumentiert werden. Verlangen Sie, bis die Sache dokumentiert ist einen Baustop. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Ton auf dem Bau mitunter sehr rau ist. Für einen Menschen der sonst nichts mit Baustellen zu tun hat ist das mitunter sehr befremdlich. Lassen Sie sich nicht einschüchtern, setzen Sie ihre Interessen konsequent durch.  Warum heißt der Bauherr, Bauherr ? Werden Sie ihrer Rolle gerecht !  Sind die Mängel konkret belegt, informieren Sie die ausführende Firma. Setzen Sie Fristen zur Beseitigung. Der kleine Hinweis, dass Sie an einer gütlichen Einigung interessiert sind, aber nicht davon zurückschrecken sich einen Rechtsbeistand zu holen wirkt  Wunder. Im übrigen würde ich die vollständige Zahlung des betreffenden Bauabschnitts verweigern. Machen Sie Druck, sonst legen Sie garantiert drauf. Mit eine baubegleitenden Qualitätskontrolle bis zu Fertigstellung läßt sich viel Ärger ersparen. Allerdings wollen die Baufirmen solche Klauseln meist nicht in ihren Verträgen. Die Beweissicherung ist auch unbedingt vor Vertragsauflösung oder wenn der Firma eine Insolvenz droht wichtig.

 

Insolvenz der Baufirma – was tun ?

Der Sachverständige muss den Endstand der Baustelle feststellen. Er ermittelt den Wert der erbrachten Bauleistung und stellt fest ob Sie zuviel bezahlt haben. Danach wird er die Kosten bis zur Fertigstellung schätzen. So lässt sich feststellen, ob Sie noch einen Anspruch gegen die Firma haben. Ob Sie die Ansprüche dann auch durchsetzen können, kann nur ein Fachanwalt beurteilen.

 

 

 

 

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